Was macht eigentlich so ein Browser?

Grundfrage:

Wofür man einen Browser braucht ist heutzutage Allgemeinwissen. Doch was dieser Browser eigentlich tut, warum es so viele davon gibt und wie sie das Internet beeinflussen...das erklärt der folgende Artikel.


Kurzfassung für eilige Leser:

Ein Browser ist heutzutage eine Plattform, die unglaublich viel kann. Ehemals nur für die Anzeige von Texten entwickelt kann man heute damit Videos ansehen, Musik hören, Texte bearbeiten, Präsentationen erstellen, Spiele spielen und vieles mehr.

Verschiedene Browser gibt es v.a. deshalb, weil der Browser das Tor zum Internet darstellt, die Kontrolle darüber also entsprechend wertvoll ist. Durch hohes Entwicklungstempo gelang es Mozillas Firefox und Googles Chrome, die Vorherrschaft von Microsofts Internet Explorer zu brechen und immer mehr tolle Funktionen in die Browser einzubauen.

Auf Mobilgeräten werden Browser dagegen immer unwichtiger, weil fast alle Dienste spezialisierte Apps bereitstellen und nicht über den Browser bedient werden.

Langfassung für wirklich Interessierte:

Die Steinzeit des Internets

Um das Internet zu erleben benötigt man einen Browser, das ist längst Allgemeinwissen. "Browse" bedeutet soviel wie "stöbern" oder auch "lesen". Letzteres war die originale Funktion eines Browsers.

Das junge Internet war nämlich hauptsächlich dafür da, wissenschaftliche Texte zu publizieren. Die waren nichts anderes als lange Seiten voller Text. Es gab noch keine Bilder, keine Schriftformatierung, nur nackten Text. Um diesen lesen zu können brauchte man einen Browser, die wichtigste Funktion damals war die Volltextsuche. Damit konnte man auch hunderte Seiten in Windeseile nach Stichwörtern durchsuchen, etwas, das bei (gedruckten) Büchern nur mit aufwändig zu pflegenden Stichwortverzeichnissen möglich ist.

Natürlich machte die Entwicklung nicht halt. Textgestaltung mittels Überschriften und Absätzen kam schnell dazu - niemand will schließlich ständig einheitliche Texte lesen - Links waren auch schnell dabei. Diese waren aber zunächst gar nicht zum Verlinken von unterschiedlichen Seiten gedacht. Ihr Zweck war, in einem langen Text schnell von einer Textmarke zur anderen zu springen. So konnte man z.B. leicht ein Inhaltsverzeichnis erstellen, bei dem man nur auf einen Eintrag klicken muss, um an die richtige Stelle zu gelangen.

Bilder und aufwändige Schriftformatierung war als Nächstes dran und so ging es immer weiter und weiter, bis der heutige Browser mit all seinen Möglichkeiten inkl. Spielen, Videos und interaktiven Seiten entstanden war.

Das Tor zum Internet

Der Browser macht uns also die große, weite Welt des Internets mit all seinen Möglichkeiten zugänglich. Diejenige Firma, die dieses Tor kontrolliert, hat damit Macht über das Internet bzw darüber, was die Menschen damit tun bzw. tun können. 

Lange Zeit war das Microsoft mit dem Internet Explorer - v.a. da er mit jedem Windows-System kostenlos mitgeliefert wurde - bevor sich Mozilla (mit dem Firefox Browser) und Google (mit Chrome) daran machten, diese Herrschaft zu stürzen.

Das gelingt v.a. durch technischen Vorsprung, denn beide Browser entwickeln sich gegenüber dem schwerfälligen Internet Explorer rasant weiter. Dabei verschieben sie die Grenze des Machbaren immer weiter und bringen auch für die Anwender immer neue Funktionen und eine tolle Benutzerfreundlichkeit.

Auch technologisch setzen die "neuen" Browser Maßstäbe. So wurde erst durch Google Chrome die Webseiten-Programmiersprache JavaScript so schnell, dass man damit ein E-Mailprogramm, einen Kartendienst oder ein Schreibprogramm komplett im Browser laufen lassen konnte.

Browser überall

Das Internet - und damit auch Browser - sind in der Zwischenzeit überall. Nicht nur in Computern, Laptops und Smartphones, auch in Fernsehern tun sie ihren Dienst. Der Teletext-Nachfolger Hbbtv ist eigentlich nichts anderes als eine normale Webseite, die ein auf dem Fernseher fest installierter Browser anzeigt. Durch Android - das dominanteste Smartphone-Betriebsystem - kommen Browser aber auch auf Radios, Smartbrillen und anderen Geräten zum Einsatz.
Nachdem diese Software nun überall ist und unser Surfbrett für das Internet darstellt kommt man schnell zu einer naheliegenden Frage:

Welcher ist der beste Browser?

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten, auch wenn die Fans der verschiedenen Browser genau das behaupten. Für Linux und MacOS Anwender gibt es beispielsweise keinen Internet Explorer, dort steht er also gar nicht zur Wahl, egal wie gern man ihn dort verwenden möchte.

Die Modernen
Das höchste Entwicklungstempo haben aktuell Mozillas Firefox und Googles Chrome. Durch automatisch im Hintergrund durchgeführte Updates sorgen sie zudem dafür, dass man stets die neueste Version verwendet. Neue Funktionen (engl. Features) sind damit schnell verfügbar und können durch Programmierer schnell verwendet werden.

Auch bezüglich Webstandards sind beide Browser am Puls der Zeit. Das bedeutet für die Anwender vor allem, dass Sicherheitslücken schnell geschlosssen werden und praktisch alle Webseiten damit funktionieren.

Sollte eine Seite nicht korrekt angezeigt werden liegt das meist daran, dass sie nicht korrekt programmiert wurde, also Fehler enthält. Obwohl Browser unglaublich fehlertolerant sind müssen auch sie manchmal die Waffen strecken.

Der ewig Letzte
Zweite große Problemquelle ist, dass v.a. ältere Seiten meinst für veraltete Internet Explorer Versionen "optimiert", d.h. spezifisch angepasst wurden. Da sich diese alten Browser nicht an die Standards hielten,sind solche Seiten oft nicht ohne Probleme für moderne, standardtreue Browser anzeigbar.Vor allem für große Unternehmen, wo oftmals alte Webanwendungen laufen, ist das ein Problem, denn ein Upgrade auf eine höhere Browserversion macht diese Programme oft unbenutzbar.

Microsoft hat dieses Problem erkannt und steuert seit einiger Zeit aktiv dagegen. Das liegt v.a. daran, dass das Internet  nicht nur als Medium sondern v.a. als Applikationsplattform konstant an Bedeutung gewinnt und Microsoft nicht den Anschluss und damit wichtige Marktanteile verlieren will.

Die modernen Varianten - allen voran der neue Internet Explorer 11 - hatten bei der Veröffentlichung zur Konkurrenz aufgeholt - teilweise sogar überholt. Zwischenzeitlich sind diese aber dank ihrer kurzen Zyklen wieder davongezogen, ein Zeitplan für IE12 existiert noch nicht offiziell.

Die langen Entwicklungszeiten sind also nach wie vor ein Problem, zudem können - oder wollen - viele Anwender nicht auf die neueste Version updaten, da sie erst ab Windows 7 lauffähig sind. Für Web-Programmierer ist das ein Problem, denn wenn viele Leute veraltete Browser - im Sinne des Alters oder der unterstützten Standards - einsetzen können neue Funktionen nicht verwendet werden.

Die Folge: das Internet stagniert auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner, Innovationen und neue Dienste werden gebremst oder stehen nur einem Teil der potentiellen Kunden zur Verfügung.

Die Randfiguren
Der ehemals große Opera Browser ist aktuell zu einer Randfigur geworden, zu viele Anwender sind zu den beiden anderen Browsern Chrome und Firefox gewechselt. Da Opera seit einiger Zeit auch die Programmcodes von Chrome verwendet - die sog. Webkit-Engine - ist der Unterschied auch weiter geschrumpft, es fehlt an Alleinstellungsmerkmalen.

Apples Browser Safari ist unter Windows quasi bedeutungslos, auf Apple-eigenen Geräten aber sehr aktiv genutzt und v.a. im mobilen Bereich eine ernstzunehmende Größe. mangels eigener Erfahrung kann ich hier weder eine Empfehlung geben noch abraten.


Persönliche Empfehlung
Durch die rasche Entwicklung, tolle neue Features und einen großen Zoo an Erweiterungen für alle Bedürfnisse eigenen sich meiner Meinung nach v.a. Chrome und Firefox für Anwender. Das gilt besonders dann, wenn man in Zukunft vom Betriebsystem unabhängig sein möchte. Beide Browser sind nämlich auf allen großen Betriebsystemen einsetzbar, ein Umzug aller Daten (z.B. Lesezeichen) ziemlich einfach.

Auch für Webentwickler sind beide Browser sehr gut geeignet, der Funktionsumfang zum Programmieren und v.a. für die Fehlersuche sind in den letzten Jahren unglaublich angewachsen.

Privat verwende ich hauptsächlich Google Chrome, der mich bezüglich Funktionen, Geschwindigkeit und Entwicklungstempo überzeugt hat.

Fazit

Durch immer mehr Funktionen werden Browser zu viel mehr als nur Software zum Ansehen von Webseiten. Dieses Blog existiert nur, weil ich im Browser einen Text schreiben, formatieren und publizieren kann..ganz ohne installierte Software.

Der Trend zum Browser als Programm-, Multimedia- und Spiele-Plattform wird sich in Zukunft durch immer neue Funktionen weiter verstärken, trotz der Konkurrenz durch Apps auf Smartphone.

Denn Browser gibt es überall und durch den Druck vor Allem durch Google und Mozilla werden sie sich rasant weiterentwickeln. Ob Microsoft mit seinem langsamen Tempo da auf Dauer mithalten werden kann wird sich zeigen müssen, bisher konnte der Internet Explorer lediglich aufholen.

Viel Spaß beim weiteren Surfen und denkt ab und an daran, was der Browser unter der Haube alles können muss, damit man Facebook, Google Maps, Instagram und Co verwenden kann.



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